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Zweisprachigkeit

Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen und Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Durch die Sprache können Menschen sich unterhalten und miteinander in Kontakt treten. Es ist ein großer Vorteil zweisprachig aufzuwachsen und zu dem heutzutage schon üblich. 60% der Weltbevölkerung ist bilingual.

Beim Erlernen der Sprache haben Kinder einen wesentlichen Vorteil zu den Erwachsenen: Sie nehmen Sprache durch Zuhören, Nachahmung und Wiederholung auf und lernen sie durch die Methode des Versuchs- und Irrtum Prinzips. Alleine durch das Zuhören wird die Aussprache, die Intonation und das Tempo der neuen Sprache gespeichert und angewandt. Ihre äußerst hohe Sensibilität in dieser Lebensphase, die Spontanität des Redeflusses, die minimale Hemmung vor anderen Leuten zu sprechen unddie außerordentliche Immitationsfähigkeit machen es den Kindern einfach, eine weitere Sprache aufzunehmen. Ab dem 7. oder 8. Lebensjahr muss diese Fähigkeit dem wirklichen Lernen der Sprache weichen. Ab dann gelingt es nur mehr mühsam und durch Vokabel lernen und dem Vergelich mit der Muttersprache.

Man kann grob zwei große Gruppen von zweisprachigen Kindern voneinander unterscheiden, die sich in ihrer sprachlichen Entwicklung stark voneinander unterscheiden. Die simultan bilingualenKinder(Kinder die sehr früh - während der ersten zwei bis drei Lebensjahre - mit zwei Sprachen aufwachsen) und die sukzessiv- zweisprachigen Kinder (Kinder die innerhalb der ersten drei Lebensjahre zunächst nur eine Sprache lernen - ihre Muttersprache-und erst im Alter von ca. 3 Jahren kommt eine weitere Sprache hinzu). Die meisten Kinder in unserem Kindergarten gehören zu der zweiten Gruppe.

 

Was beeinflusst den Zweitspracherwerb am meisten?

Kinder, die eine zweite Sprache ab ca. dem 3. Geburtstag erlernen, haben im Normfall ihre Muttersprache bereits schon so gut gefestigt, dass ihnen diese Fähigkeiten helfen, eine weitere Sprache leicht zu erlernen. Allerdings ist die Geschwindigkeit des Erlernens sehr unterschiedlich.

Dabei gilt:

  • Je früher ein Kind eine zweite Sprache lernt,
  • je öfter es diese in einer guten Qualität (von muttersprachigen Menschen) hört,
  • je attraktiver die Sprache für das Kind gestaltet wird,
  • je mehr die Zweisprachigkeit von den Bezugspersonen des Kindes (Familie und Kindergartenteam) geschätzt wird,

 

desto besser lernt das Kind die Zweitsprache.

Sehr wichtig ist die intrinsische Motivation des Kindes. Nur wenn ein Kind Freunde dabei hat und lernen möchte, gelingt der Zweitspracherwerb.

 

Wie ist der Ablauf der zweisprachigen Entwicklung in unserem Kindergarten?

Die Kinder werden den ganzen Tag sprachlich in beiden Sprachen begleitet. Die Sprachen Deutsch und Tschechisch werden nach dem bewährten Prinzip „Eine Sprache-pro-Person“ verwendet. Die interkulturelle MitarbeiterIn spricht ausschließlich Tschechisch mit den Kindern, die PädagogIn und die BetreuerInnen ausschließlich Deutsch.

Entscheidend ist, dass die Sprache so verwendet wird, dass die Kinder sich bzw. ihre Strukturen ohne Erklärungen seitens der muttersprachlichen Personen eigenständig erschließen können.

Diese Zuordnung von Person und Sprache erleichtert den Kindern die Abgrenzung zwischen den Sprachen und damit das Umschalten zwischen ihnen erheblich. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Angebote in den verschiedenen Bildungsbereichen mit beiden Sprachen abgedeckt sind.Gute Absprache und Zusammenarbeit zwischen allen Erwachsenen im Kindergartenteam ist hier sehr wichtig. 

Wie verläuft der Zweitspracherwerb?

Oft lässt sich beobachten: In den ersten Tagen und Wochen des Zweitsprachkontakts schweigen die Kinder und versuchen, sich über nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten (Blicke, Mimik, Gesten) mitzuteilen.Das Kind nimmt die Sprachmelodie auf, beobachtet die Erwachsenen und die Kinder, die sich bereits länger die Sprache aneignen, bei der Verwendung der Sprache. Das Gehörte, erst einzelne Wörter, zunehmend auch Wortgruppen und Sätze, speichert es in seinem Gehirn. Nach und nach lernen sie einzelne Wörter, die sie dann ab einer Wortschatzgröße von 50 Wörtern in Zwei- und Mehrwortsätzen kombinieren. Wenn sie sich in die Laute der neuen Sprache eingehört haben, versuchen sie zunächst häufige Sprachroutinen wie „Hallo, wie geht es dir?“, „Guten Morgen!“, „Ich habe Hunger“ anzuwenden.Bereits nach 10 Monaten Sprachkontakt können die meisten sukzessiv zweisprachigen Kinder sich gut mit anderen unterhalten und verstehen fast alles, wenn man das Gesagte mit Gesten oder Bildern unterstützt.Die älteren Kinder beginnen bereits damit, ihren FreundInnen Phrasen zu übersetzen. Ebenso kommt es häufig vor, dass eine Frage einer Bezugsperson in der Zweitsprache gestellt wird und vom Kind in der Muttersprache beantwortet wird. Es ist auch möglich, dass die Kinder die Sprachen mischen, was jedoch zeigt, dass sie die Sprache als Mittel zur Kommunikation richtig einsetzen können und die gestellte Sprache verstanden haben. Sprachmischungen sind also äußerst positiv zu bewerten.

Kinder verstehen und sprechen also die Zweitsprache recht schnell. Die grammatikalischen Besonderheiten einer Sprache stellen hier eine viel größere Herausforderung dar, die einige Jahre in Anspruch nehmen kann und meist vor dem Schuleintritt nicht bewältigt werden kann.

Eine Sprache können ist aber mehr als die Vokabeln, die Grammatik und die Aussprache zu kennen. Es ist vor allem die Fähigkeit all diese Kenntnisse in realen Situationen also im Alltaganwenden zu können und zu verstehen und verstanden zu werden. Die beste Voraussetzung dafür bietet der Alltag in unserem Kindergarten.

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